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DON JUAN KOMMT AUS
DEM KRIEG von Ödön von Horvath
Regie Franco Marini
Ensemble Andy Geier, Alexandra Waldboth, Helene Mittersteiner, Dolores Mair,
Irmi Pedoth,
Deborah Müller, Inge Knoll, Sarah Gruber, Ulrike Hille-
brand, Erika Werth,
Gertraud Sagmeister
Don Juan kommt aus dem Ersten Weltkrieg und wirkt stumpf und müde. Er sucht die Verzeihung seiner Braut, die er einst sitzenließ und die darüber gestorben ist. Dazwischen aber ziehen ihn die Frauen in einen Reigen von Abenteuern – ob ältliche Zimmerwirtin oder Schülerin, lesbische Kunstgewerblerin oder verheiratete Gesellschaftsdame. Fünfunddreißig Bräute lässt Horvath im Verlauf der dreiundzwanzig Szenen auftauchen. Don Juan ist der verführte Verführer, der von den Frauen gejagt wird. „Die tragische Schuld Don Juans ist, dass es seine Sehnsucht immer wieder vergisst oder gar verhöhnt, und so wird er zum zynischen Opfer seiner Wirkung, aber nicht ohne Trauer.“ Er will nach dem Kriegselend ein neuer, besserer Mensch werden, doch die Frauen wollen ihn stets in der alten Rolle erleben. So wird er zu ihrem Opfer. In jeder von ihnen sucht er die verlorene Braut, fällt von Enttäuschung zu Enttäuschung. Zuletzt wird er vom Gericht wegen angeblicher Verführung einer Minderjährigen verfolgt und stirbt auf dem Grab der Braut den Erfrierungstod. Halb Zeitsatire, halb Läuterungsspiel: ein Mensch will sich ändern, aber er wird die Vergangenheit nicht los. |